Es kommt nicht darauf an, was

man schreibt,sondern wie man

es schreibt

(Hektor Haunerped, altgriechischer Fahrschullehrer.

Er löste sich aus Frust darüber,

dass es zu seiner Zeit noch keine Klimaanlagen gab, in Luft auf,

ohne sich von den Seinen

gebührend zu verabschieden)

 

 

 

 

In schönstem Behördendeutsch       teilte ihm die Versicherung mit,

dass er aufgrund der allgemeinen     demographischen Entwicklung im Lande mit der Auszahlung seiner ersten monatlichen Rentenzahlung laut beiliegendem Rentenbescheid nicht vor seinem ordnungsgemäß festgestellten und beurkundeten

Tod zu rechnen hätte.

(Aus: System Methusalem, 

Nur für Frauen)

 

 

 

 

 

 

 

Rheinische Post vom 06.11.2010

Neue Kurzgeschichten von Raniero Spahn

Süden (jün) Der Duisburger Raniero Spahn schreibt seit einigen Jahren in der Tradition von Ephraim Kishon Kurzgeschichten. Inzwischen ist sein fünfter Band mit dem Titel „Nachruhestand“ erschienen. Im Klappentext versucht der Autor eine eigene Definition des Begriffs.

„Als Nachruhestand bezeichnet man diejenige Zeitphase, die der des Vorruhestandes diametral gegenübersteht“. Noch Fragen dazu? Eine Antwort darauf könnte die gleichnamige Kurzgeschichte in dem 124 Seiten starken Buch liefern. In „Nachruhestand“nämlich spielt eine 81-jährige Frau die Hauptrolle, die der Computer als Nachruheständlerin ausweist, was der ewigen Ruhe verdächtig nahe kommt.

Ansonsten spielen in den Geschichten von Raniero Spahn oft Ehepaare eine tragende Rolle, meist seit 20 und mehr Jahren mehr oder weniger glücklich verheiratet. Ganz normale Menschen also, die beispielsweise gern ihr Frühstück in einem Stehcafe einnehmen. Das ist auch das Vergnügen von Carsten Dagelo, der noch mitten im Berufsleben steht, verheiratet ist und einen erwachsenen Sohn hat. Im Cafe jedoch kann er träumen, nämlich von der jungen Bedienung hinter der Theke.Träumen ist schließlich erlaubt. Doch die Geschichte nimmt eine ungeahnte Wendung. Welche, wird an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten. Dafür jedoch, dass in einigen Erzählungen von Raniero Spahn die Technik eine tragende Rolle spielt. Beispielsweise ein Anrufbeantworter und ein Handy.

20 Geschichten hat Spahn in einem neuen Buch zusammengetragen. Ein weiteres Werk ist in Arbeit. Dazu hat der Duisburger inzwischen auch mehr Zeit, denn sein Berufsleben hat er selbst inzwischen hinter sich gelassen. Und nun verrät er auch endlich, was er beruflich gemacht hat: Er war Ingenieur.

Die Freude am geschriebenen Wort teilt Raniero Spahn übrigens mit seiner Frau. Sie liest regelmäßig in der Stadtbibliothek vor, allerdings nicht aus den Büchern ihres Mannes. Das übernimmt Raniero Spahn dann selbst.


 

 

Satirisch gezeichnete Menschen

sind kein Unding, sondern

Prototypen im verdünnten

Zustand

(Fjodor Dostojewskij)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WAZ, Mülheim, 23.03.2009, Katrin Zill

 

Nacht der Autoren in der Fünte
Spannend, lustig, nachdenklich

 

Schlichtweg begeistert waren die Besucher der "Nacht der Autoren" in der Fünte in Heißen.

In heimeliger Atmosphäre boten zehn Autoren des Ruhrgebiets ein abwechslungsreiches Literaturprogramm. Satirisch, lyrisch, nachdenklich, verträumt, fantastisch, ernst - für jeden Geschmack war etwas dabei.

Veranstaltet wurde die Autorennacht, deren erster Teil schon Mittwochabend in der jazzART Galerie in Gelsenkirchen Begeisterung auslöste, vom Kulturzentrum Fünte und der LIGG Gelsenkirchen. Die beiden Organisatoren Frank Bruns und Jenny Canales setzen sich mit Literaturevents für die Förderung junger Autoren ein.

Wie auch in Gelsenkirchen lasen am Freitagabend in Mülheim Mitglieder der Mülheimer Autorengruppe "Schwarze Lettern" sowie einige preisgekrönte Autoren aus der guten Nachbarschaft. Der Mülheimer Karsten Niggemeier stellte seinen Debütroman "Das Einhundert-und-Einmaleins des gepflegten Halbwissens" vor und begeisterte die Zuhörer mit seinem satirischen Humor. Mitreißend präsentierte sich der Duisburger Raniero Spahn, der ebenfalls die Lachmuskeln des Publikums strapazierte. Ans Herz ging die traurige Liebesgeschichte von Roman Dell, dessen "Bahnhofsromanze" auf einer wahren Begebenheit beruhte.

"Ruf doch mal an" beginnt völlig harmlos die spannende Geschichte, die Elke Schleich im Gepäck hatte. Die Gewinnerin des Gelsenkirchener Literaturwettbewerbs lockte ihr Publikum geschickt auf eine falsche Fährte und verblüffte am Schluss. Susanne Schubarsky sprach mit ihrer Kurzgeschichte "Jugend musiziert" wohl einigen Musikschullehrern aus der Seele. Jungautorin Tanja Bern machte auf ihren Erstling "Die Sídhe des Kristalls: Das Tal im Nebel" neugierig und erzählte mit warmer Stimme die Geschichte von Jack, der in Irland auf den Elfenkönig der legendären Sídhe trifft.

Die Mülheimerin Inge Fleischer schreibt seit zehn Jahren Lyrik und berührte mit einem sehr persönlichen Abschiedsgedicht. Oliver van Ristau zeigte in seiner Geschichte die dunkle Seite von Ruhm und Glamour, während Katrin Zill Erinnerungen an den Wehrunterricht in der DDR aufleben ließ.

Für musikalische Unterhaltung sorgten Instrumentallehrerin Britta Balluff an der Querflöte und Gitarrist Peter Bachmann, die spontan zusammen Irish Folk improvisierten.

 

 

      Foto: Jürgen Metzendorf

 

 

Er, Mitte 80, 1,76 m, 80 kg,

sucht nette Sie zwischen 75 -85     

Jahren. Sind Sie an einer seriösen

und langfristigen Beziehung

interessiert? Wohnung mit

kompletter Einrichtung, 60 m2,

Fernseher mit Flachbildschirm

(92 cm), Musikbox mit 2 x 70

Watt Lautsprecher und

Waschmaschine hier folgte

das Fabrikat, 2 Jahre alt,

vorhanden.

Freue mich auf ein nettes

Kennen lernen.

(Aus: Eine seriöse Beziehung, 

Nachruhestand)

 

 

 

 

 

WAZ, Duisburg Süd, 22.04.2009, Claudia Pospieszny

 

Ein spätberufener "Jungautor"

 

Jajaja, er weiß es ja selbst. „Es klingt abgedroschen, wenn man sagt, dass man mehr oder weniger über Nacht zum Schreiben gekommen ist, aber es war so”, sagt der Bissingheimer Rainer Spahn, der zwischenzeitlich die Veröffentlichung seines fünften Buches vorbereitet. Mit Kurzgeschichten, mit Betroffenheitsprosa, begann er und entdeckte, dass die Satire ihm mehr liege – was die Leserschaft bestätigte. „Meist ist es der Familienkreis, der meine Bücher liest.” Und der eben schätze die humorvollen Erzählungen des heute 62-Jährigen, der - der Leidenschaft für das Land, „in dem die Zitronenbäume blühen” wegen - das Pseudonym Raniero für sich wählte.

Im Selbstverlag erscheinen seine Bücher, in kleinen Auflagen, die eine treue Leserschaft abnimmt. „Durch die Lesungen hier im Duisburger Süden habe ich schon eine kleine Fangemeinde”, sagt Spahn, der den Stoff für seine Geschichten aus den kleinen Absurditäten des Alltags schöpft, „ich habe zum Beispiel in der Zeitung gelesen, dass es einen Schönheitschirurgen gibt, der seinen Mitarbeitern für Operationen Rabatt gewährt.” Der demographische Wandel, eine aufgeschnappte Zahl, und schon entsteht um diese Fragmente eine neue Geschichte. Die Reaktionen auf seine Geschichten? „Manchmal stelle ich sie auf meine Internetseite. Die Reaktionen reichen von jubelnder Zustimmung bis zu tiefer Ablehnung.”

An Lektorate großer Verlage indes verschickte der Bissingheimer, der gern kokettiert, „Jungautor” zu sein, seine Geschichten bislang nicht. „Wenn mein fünftes Buch erschienen ist, werde ich das vielleicht tun.” Wie dieses jüngste Werk, das im August erscheinen soll, heißt? „Ich bin mir noch nicht sicher”, sagt Spahn. Es könnte sich aber lohnen, nach einem Buch mit dem Namen „Methusalemissimo” Ausschau zu halten, so lautet der Arbeitstitel, mit dem eine der satirischen Geschichten überschrieben ist.


 

                 Foto: Dieter Brado

 

 

Unter der Überschrift

Sorgenfalten beim Orgasmus

wurden Ratschläge erteilt,

wie der interessierte Zuschauer

diese störenden Falten beim

Geschlechtsakt vertreiben

oder gar nicht erst aufkommen

lassen könne.

  (Aus: Sorgenfalten,

  Nur für Frauen)

 

 

 

 

 

 

 

Rheinische Post,21.03.2009, Christina Hötzel

Raniero Spahn las "Nur für Frauen"

„Heute treffen wir uns zu einem nachgezogenen „Weltfrauentag“, grüßte Raniero Spahn, dersich selbst als Jungautor bezeichnet, sein Publikum in der Bezirksbibliothek Buchholz. Vier Bücher hat der Duisburger Autor, der erst im Alter von über fünfzig Jahren, zu schreiben anfing, mittlerweile veröffentlicht. „Nur für Frauen“ ist sein aktuelles Werk.

Überspitzt zieht Spahn darin ganz alltägliche Situationen durch den Kakao. Am Donnerstagabend fühlte sich im Leseraum fast ausschließlich das weibliche Geschlecht durch den Titel angelockt.
Dafür waren die Damen so zahlreich vertreten, dass immer wieder neue Stühle geholt werden mussten.

Zum Zickenkrieg führte das im realen Leben aber nicht. Dafür gerieten in der ersten Geschichte des Buches zwei Frauen gleich in einen handfesten Streit um einen Frauenparkplatz. Zum Einparken hatte die eine, nicht ganz im Sinne des Erfinders, ihren Sohn mitgebracht. Doch auch die andere hatte einen blinden Passagier an Bord. Frau sollte keine Kontrahentin als „Schnepfe!“ beschimpfen, die später noch als Klassenlehrerin des Sohnes oder als potenzielle Schwiegermutter der eigenen Kinder in Erscheinung treten könnte, ist die Moral der Geschichte.„No woman, no cry“, tönte Matthias Reuter, der für die musikalische Begleitung der Lesung zuständig war, mit seinem Keyboard.

"Ganz ohne Männer geht die Chose auch nicht“, stellte Spahn vor den folgenden Geschichten fest. Denn egal, ob beim Aufbau eines Hochbettes oder beim Rhythmusgeben für die heimische Kammermusik, das starke Geschlecht ist auch nicht immer Herr der Lage. Eine falsch gesetzte Schraube beim Zusammenbau des neuen Schlafmöbels kann direkt den Scheidungsanwalt auf den Plan rufen, muss ein junges Paar feststellen. Mann sollte sich auch nicht beim Gewichtsreduzierenden Heimtraining in ein fremdes Bett verirren, stellt Otto in einer anderen Geschichte fest.

Eine kleine Kostprobe seines satirischen Talents gab auch Reuter. Mit dem Song „Rosamunde Pilcher und ich“ beschrieb er ein eigenes Beziehungsdesaster. Seine schriftstellerisch ambitionierte Freundin zieht bei ihm ein. Außer dass sie seine Wohnung mit Nippes zustellt und ihren Fünfuhrtee im Salon einnimmt, reicht sie nicht an ihr Britisches Idol heran. Der Krach ist programmiert, als sie ihn auch noch als ihren kleinen Mäzen bezeichnet.

Raniero Spahn trug seine Geschichten sehr lebhaft vor und lachte manchmal selbst über die absurden Irrungen und Wirrungen

 

 

    Foto: Ulrich Scharfenorth 

 

»Sie wollen beide den

Seniorenteller, meine Herren«

hakte die Kellnerin nach, ein

wenig konsterniert, »muss

das sein?«

»Wie bitte, was ist das denn

für eine Frage?« empörten

sich die beiden Gäste.

»Ja, es tut mir Leid«, druckste

die Kellnerin, die sich offenkundig immer weniger wohl zu fühlen begann,

»aber kann ich bitte mal Ihre Ausweise sehen?«

»Was wollen Sie sehen?

Unsere Ausweise? Da hört sich

 ja alles auf! Was soll denn

dieser Unsinn, gute Frau?«

(Aus: Verkehrte Welt,

 Ein ordentlicher Mann)

 

 

 

 

 

Raniero Spahn und Matthias Reuter, Foto: Laura Nagel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Westdeutsche Zeitung 26.08.2009

 

Die letzte Lesung im Klosterhof

 

Ratingen. „Schöne Früchtchen“ hatte der Literaturkreis Era  versprochen und wie immer den ausführenden Künstlern bei der Umsetzung freie Hand gelassen. Das Ergebnis war ein buntes und sehr breit gefächertes literarisches Potpourri.

Gut 60 Besucher fanden sich im Klosterhof an der Minoritenstraße ein, um die letzte „Klosterhoflesung“ zu erleben.

 

Das „Fest der Kulturen“ auf dem nahen Marktplatz sorgte diesmal für eine oft unerwünschte Geräuschkulisse. So musste die Wuppertaler Era-Autorin Simone Raillon nicht nur gegen die Kirchenglocken anlesen, sondern auch gegen eine Trommelgruppe.

Gastautor Raniero Spahn konnte seine satirischen Miniaturen aber ungestört präsentieren. Er kreierte absurde Szenarien, die eben doch nicht soweit von der Realität entfernt waren und die Lachmuskeln des Publikums arg strapazierten.

 

Zuletzt improvisierten die Era-Mitglieder Ursula Willan und Axel Hippe einen „Versuch über die Liebe“. Die Philosophin und der Lyriker näherten sich dem großen Thema mal schwärmerisch, mal abgeklärt und ließen dabei viel Freiraum für die Gedanken der Zuhörer.

 


WAZ, Duisburg Süd, 02.06.2008,
Laura Nagel

Raniero Spahn unterhält amüsant
Satirische Lesung unterhält Publikum

V„Meine Damen, meine vereinzelten Herren” begrüßte Raniero Spahn (62), Duisburger Satiriker und Buchautor, sein Publikum bei einer Lesung in der Bezirksbibliothek Buchholz vergangenen Donnerstag. Tatsächlich waren in den Stuhlreihen nur vereinzelt Männer zu sehen, vielleicht abgeschreckt durch den Titel von Spahns viertem Buch „Nur für Frauen”, das im Herbst erscheint.

Doch schon nach den ersten Sätzen, die er aus seinem Erstlingswerk „Bolero. Satirische Erzählungen” vortrug, hatte er beide Geschlechter von seiner Unterhaltungskunst überzeugt und wurde immer wieder von seinen lachenden Zuhörern unterbrochen. Mit viel Wortwitz erzählte er scheinbar alltägliche Geschichten, die jedoch stets von geradezu absurden Hindernissen und Wendungen gekennzeichnet waren, wie etwa die von dem bestellten Klavierstimmer. Dieser stellt sich als uralter Greis heraus, der zum vereinbarten Termin mit der gesamten Sippschaft anrückt.

Dem verdutzten Wohnungsbesitzer wird erklärt, der Alte würde keine Ortswechsel vertragen und würde darum künftig bei ihm hausen. Begleitet wurde Spahn am Klavier von Matthias Reuter, der sich selbst auf Unterhaltung versteht. Als Kabarettist tritt er an wechselnden Veranstaltungsorten auf und gab dem Publikum eine Kostprobe seiner Show. Beide Männer ernteten schließlich großen Applaus und Zugabe-Rufe.
 

 


Foto: Tanja Pickartz/far 

 

 

Und nun geschah etwas, was

wir nicht für möglich gehalten    

hätten; Langsam setzten die

vier mit ein in den Gesang,

einer nach dem anderen, bis

sich unser Gesang zu sechst

vereinigte und immer mehr

anschwoll.

Wir sangen, bis die Polizei

eintraf. 

(Aus: Grabstättentourismus,

Bolero)

 

 

 

 

 

 

 

 

WAZ, 12.05.2007 / Lokales / Duisburg, Anna Klucken

Satirisch und lebensgetreu

Viel Applaus ernteten Buchautor Raniero Spahn und Musiker Matthias Reuter am Donnerstagabend in der Schul- und Stadtteilbibliothek der Gesamtschule-Süd. Schon eine Viertelstunde vor Beginn der Lesung waren fast alle der rund 40 Plätze besetzt. Spahn präsentierte Erzählungen aus seinem neuen Werk und wurde dabei von Reuter am Klavier begleitet.
Wann ist ein Mann ein ordentlicher Mann? In seinem Buch mit dem Titel "Ein ordentlicher Mann" versucht Spahn diese Frage mit viel Satire und sehr lebensgetreu zu beantworten.
Matthias Reuter eilte mit ein wenig Verspätung in den Raum, da er bis zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung noch Musikunterricht gegeben hatte. Kurzum, er musste also seine Eingangsmusik nachtragen.

Im Anschluss an die Begrüßung und eine Vorstellung der Künstler begann Raniero Spahn, aus seinen 19 satirischen Erzählungen zu lesen. Die witzigen Geschichten aus dem Alltag amüsierten die Zuschauer, beschäftigen sie sich doch nicht nur mit dem Thema Ordnung, sondern zum Beispiel auch mit der Frage, ob es neben der "absoluten" auch eine "relative Schönheit" gibt.

Neben drei Erzählungen aus seinem aktuellen Buch stellte Spahn auch Geschichten aus seinen ersten beiden Büchern vor: "Bolero, satirische Erzählungen" und "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei", so die Titel.

Zum Schluss der Veranstaltung gab er zudem einen Ausblick auf das, was man in Zukunft von ihm erwarten kann. Während einer Pause und nach der zweistündigen Veranstaltung hatten die Besucher Gelegenheit, das Buch vor Ort zu kaufen.

Der Wahl-Duisburger Spahn und der Oberhausener Reuter arbeiten seit zwei Jahren bei Lesungen zusammen.

Lesung mit Musik: Raniero Spahn las in der Stadtteilbibliothek aus seinem neuen Buch, begleitet von Matthias Reuter am Klavier.

      

Kaum hatte Rene das

Nachtlicht  gelöscht und

diese Maßnahme eingeleitet,  

behutsam und wenig heftig,

wie  es ihrer beiden                

fortgeschrittenen Reife zukam,

da stieß Diana einen spitzen        

durchdringenden  Schrei aus,

der keineswegs im vorzeitigen

Höhepunkt seine Ursache

hatte.

»Da!« rief sie mit bebender

Stimme und richtete sich

abrupt im Bett auf, so dass

der gute Rene das

Gleichgewicht verlor, »schau

mal, Schatz! Da ist jemand!«

»Wo denn?« stammelte Rene,

ein wenig verwirrt und

verärgert zugleich, »ich

sehe   nichts.«

»Am falschen Fenster, Schatz.

Da, wo gar kein Fenster ist!«

(Aus:Das Fenster,

Es ist nicht gut, dass der

Mensch allein sei)

 

Rheinische Post,15.02.2007, Marita Jüngst


Raniero Spahn ist „Ein ordentlicher Mann“

 

Raniero Spahn ist „Ein ordentlicher Mann“. Ob im richtigen Leben, ist unbekannt, zumindest aber in seinen satirischen Erzählungen. So nämlich ist der Titel seines neuesten Werkes, das der Autor aus dem Duisburger Süden bei Books On Demand (BoD) herausgegeben hat.

Vom Alptraum einer ganz besonderen Fahrprüfung über Haustarife und Rabatte bei Schönheitsoperationen bis hin zu einer ungewöhnlichen Methode ein Tasteninstrument zu erlernen, hat Spahn wieder Begebenheiten aus dem Alltag in seinen Erzählungen verarbeitet. So wie schon in den beiden zuvor veröffentlichten Bänden „Bolero“ und „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ hat sich der Autor auch diesmal wieder den alltäglichen Situationen gewidmet und diese humorvoll auf die Spitze getrieben. Und dabei greift Spahn auch immer wieder auf Selbsterlebtes zurück.

Über sein Privatleben mag der 1946 geborene Duisburger nicht allzu viel verraten. Nur so viel: er ist verheiratet  und sein großes Vorbild war der 2005 verstorbene Ephraim Kishon.

„Ein ordentlicher Mann“ umfasst 134 Seiten und 19 Erzählungen. Und derzeit arbeitet Spahn auch schon an seinem nächsten Buch.

Wer mehr über ihn und seine Werke erfahren möchte, kann seine Homepage unter www.raniero-spahn.de aufsuchen. „Ein ordentlicher Mann“ ist übrigens im Duisburger Buchhandel erhältlich.

 

 

 

 

 

Wenn mir jemand am Morgen desselben Tages gesagt hätte,

dass ich einmal im Laufschritt

über einen Friedhof jagen würde,

mit meiner besseren Hälfte an

meiner Seite, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

(Aus: Der Jogger,

Ein ordentlicher Mann)

 

 

 

 

 

 

 

WAZ, 14.04.2005, Thomas Becker

 

Die Lust an der Last der Zweisamkeit
Satirische Erzählungen von Raniero Spahn

 

"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein  sei".

Dies sprach der liebe Gott und schuf die Ehefrau.

So lautet in diesem Sinne aber auch der Titel des Buches von Raniero Spahn, der neue satirische Erzählungen herausgegeben hat.

"Bolero" hieß das erste Buch des Duisburger Autoren, der mit feinem ironischen Tonfall, aber durchaus liebevoll die Lust an der Last der alltäglichen Zweisamkeit schildert. Jetzt hat der 1946 geborene Raniero Spahn  neue satirische Erzählungen veröffentlicht, die thematisch nahtlos an seine Vorgänger
anknüpfen. Wiederum ist der Autor ein guter und präziser Beobachter jener Widrigkeiten und kleinen Pannen des Lebens, die beim Leser für entspannte Heiterkeit sorgen.

Spahn nimmt den "Gesprächskreis" seiner Frau, die mit ihren vier Freundinnen aus Männern Köche machen will, die spitzfindige Tochter und ihre "klugen Fragen" sowie die Mühen des Jogging-Anfängers pointiert und locker aufs Korn. Nett zu lesen ist auch die Geschichte des folgenschweren Besuchs eines Friseursalons in Oberitalien.

Ein gut geschriebenes Buch, das feinsinnige Unterhaltung garantiert.

 

Seit einigen Monaten nämlich

hatten die zuständigen

Redakteure des Rundfunksenders,

der in diesem Bereich zu

empfangen war, eine Neuheit, sozusagen eine Weltneuheit,

eingeführt;

Sie ließen die Verkehrsnachrichten nicht wie bisher üblich, von einer sonoren männlichen Stimme in akzentuierter Form sprechen, sondern von verschiedenen professionellen Sängern

beiderlei Geschlechtes singen,

wie in der Oper, bisweilen sogar

in Chorstärke.

(Aus: Singe,wem Gesang gegeben, Nur für Frauen)

 

 

Rheinische Post, 01.02.2005, Marita Jüngst


Heitere Ehegeschichten

 

Raniero Spahn aus dem Duisburger Süden hat einen weiteren Band mit satirischen Erzählungen herausgebracht.

Diesmal dreht sich in 18 Episoden fast alles um die bessere Hälfte.
Sein großes Vorbild ist am Wochenende im Alter von 80 Jahren gestoben - Ephraim Kishon. Doch schon seit längerer Zeit hat der Duisburger Raniero Spahn die Werke des Satirikers nicht mehr zur Hand genommen. Nicht etwa, weil er sie nicht mehr mochte, sondern um sich nicht zu sehr bei seiner eigenen Arbeit beeinflussen zu lassen. Denn ebenso wie Kishon schreibt Spahn satirische Erzählungen, die sich um den Alltag und seine Widrigkeiten ranken. Und diesmal in ganz besonderer Weise um die bessere Hälfte, sprich die Frau an seiner Seite. Aus diesem Grund hat Spahn sein neuestes Werk auch „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ genannt.

Nach „Bolero“ ist es die zweite Veröffentlichung von Spahn.

Er schreibt lediglich am Wochenende und im Urlaub und dennoch wird er bald sein nunmehr drittes Buch veröffentlichen. Die Ideen gehen dem Duisburger so schnell nicht aus.

Sein neuestes Werk umfasst 124 Seiten, die in insgesamt 18 Episoden unterteilt sind.

Da gibt es Erhellendes über Besserwisser zu lesen, über einen Ehemann, der nach über 30 Ehejahren seiner Gattin die größte Freude ihres Lebens beschert und über einen Langzeitversuch, ein Klavier zu stimmen.

Alles sind im Kern ganz alltägliche Situationen, die Raniero Spahn in humorvoller Weise auf die Spitze treibt. Und vieles davon hat er selbst erlebt. Auch über Ehegeschichten schreibt er aus erster Hand.

Wie heißt es doch im Vorwort: „Das Merkwürdige an meiner Ehe ist für mich die Tatsache, dass meine bessere Hälfte mich immer wieder mal aufs Neue sprachlos zurücklässt, wodurch ich regelrecht gezwungen wurde, dieses Büchlein zu schreiben.“

 

 

Außerdem, wenn Sie meinen,

dass Sie uns hier stören,

dann ist das ein Irrtum. Sie

sehen ja selbst, wir haben

schon seit langer Zeit«, wies

sie auf die auseinander

stehenden Ehebetten hin,

»andere Prioritäten gesetzt,

nicht wahr Knut?«

(Aus:Bewegung,

Es ist nicht gut,

dass der Mensch allein sei)

 

 

 

WAZ Duisburg, 16.03.2004, Thomas Becker

 

 Schuss in der Oper eröffnet "Bolero"
- Buch mit Satiren von Raniero Spahn

 

Mit einem "Schuss in der Oper" eröffnet Raniero Spahn in seinem Buch "Bolero" den Reigen seiner satirischen Erzählungen. Mit feinem Witz schildert der Duisburger Autor in amüsanten Kurzgeschichten Erlebnisse seines Alltags.

Der 1946 geborene  Spahn hat mit diesem Buch sein Erstlingswerk veröffentlicht, das dem Leser eine  vergnügliche Lektüre bietet. So
leben seine Geschichten, die in einer lebendigen und direkten Sprache geschrieben sind, von seiner genauen Beobachtungsgabe, von schnell erfassbaren Personen-Skizzierungen und von einem feinen Humor, der auf Ironie nicht verzichtet.

So lauschen beim "Schuss in der Oper" die Insassen eines Zugabteiles dem Dialog des Vaters mit seiner kleinen Tochter, die zur Freude der Zuhörer mit intelligenten Fragen zu einer erheiternden Nervensäge wird. Aber auch in den anderen Geschichten beweist Spahn seinen Sinn für Situationskomik und Grotesken im menschlichen Miteinander.

"Bolero" ist im Buchhandel erhältlich.

 

 

         



 

Bin ich hier der Wirt oder du?‹,

ließ ich diese existenzielle Frage

leise auf der Zunge zergehen;

diese Frage sprach den Kern des Sachverhaltes unmittelbar und in

aller Deutlichkeit an.

Hier war ein Mann auf der gleichen Suche wie ich, bei der Findung

zu sich selbst; ich hatte einen Leidensgenossen gefunden!

Hocherfreut trat ich auf den Suchenden in der Lederschürze,

der sich mittlerweile hinter den Tresen begeben hatte, zu.

(Aus: Frage ohne Antwort,

Bolero)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

»Tor!« schallte es

mir am Telefonhörer

entgegen, aus Paris,aus

dem Louvre, »Tor!«

(Aus: Mona Lisa, Bolero)

Rheinische Post, 16.05.2004, Marita Jüngst

 

Geschrieben wird am Wochenende

 

Er nennt sie seine "bessere Hälfte", denn "die beste Ehefrau von allen", die hat Ephraim Kishon. Und ein wenig erinnern die Satiren von Raniero Spahn auch an den Autor, den Spahn vor allem in den 70er Jahren gern und oft gelesen hat. Inzwischen jedoch hat der Bissingheimer die Bücher Kishons in die Ecke gestellt. "Ich will mich ganz bewusst nicht beeinflussen lassen", sagt er.

Raniero Spahn hat sein Erstlingswerk beim Verlag "Books on Demand" drucken lassen. "Bolero" heißt der Titel der "Satirischen Erzählungen", die von Alltagserlebnissen handeln, die Spahn auf die Spitze treibt. Ein Körnchen eigenen Erlebens jedoch beinhalten die Geschichten meist, wie Spahn erklärt. So auch in "Mona Lisa". In dieser Episode wird ein deutscher Tourist im Louvre verhaftet, weil er durch seinen lauten Torjubel die Alarmanlage ausgelöst hatte. Vorangegangen war ein Telefonat mit dem Bruder in Deutschland, um herauszufinden, wie es im Spiel zwischen Schalke und Dortmund stehe. Einen solchen Anruf seines Bruders habe es tatsächlich gegeben, erklärt Spahn. Der sei auch in Frankreich gewesen, allerdings nicht im Louvre und auch die Verhaftung ist frei erfunden.

Raniero Spahn, Jahrgang 1946, ist ein spätberufener Autor.

Vor zwei Jahren "quasi über Nacht" kam er zum Schreiben.

"Ich hatte es zehn Jahre vorher schon einmal versucht, es dann aber wieder drangegeben", erklärt er. Innerhalb eines Jahres schrieb er annähernd 100 Kurzgeschichten, aus deren Fundus er dann für sein Erstlingswerk schöpfte. Im Herbst diesen Jahres soll dann der zweite Band folgen, in dem sich alles um "Beziehungen" drehen soll. Und irgendwann einmal will Spahn auch ein Buch über Italien folgen lassen, denn zu diesem Land hat er eine ganz besondere Beziehung, "allein schon aus verwandtschaftlichen Gründen", wie er sagt. Seine Schwester ist mit einem Italiener verheiratet und lebt dort. Er selbst hat schon vor vielen Jahren die Sprache erlernt, und ein Hauch Italien darf auch in seinem Erstlingswerk deshalb nicht fehlen.

Spahn [...] schreibt vor allem am Wochenende und im Urlaub. "Das Schreibzeug habe ich dann immer dabei". Zunächst macht er sich handschriftliche Notizen, anschließend überträgt er alles in seinen Computer. Wer mehr über seine "bessere Hälfte" wissen will, die in vielen der Erzählungen ebenso vorkommt wie die Kinder, der bekommt "Bolero" zum Preis von 9,80 Euro in allen Duisburger Buchhandlungen. Auf 120 Seiten findet der Leser außerdem Geschichten von genervten Ehemännern beim Schlussverkauf, über eine Lektion modernster Tanzkunst und eben jenen "Bolero" von Ravel, der mitten in der Nacht viel zu laut gespielt wird.

 


(c) Raniero Spahn 2004  -  Foto: (c) http://www.photocase.de/